Was tun bei Verbrennungen? Notfallmaßnahmen & Erste Hilfe

Ob beim Kochen, Grillen, Basteln oder durch heiße Flüssigkeiten – ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann schwere Folgen haben. Viele Menschen fragen sich im Ernstfall: Was tun bei Verbrennungen? Gerade bei einem Notfall ist es entscheidend, schnell und richtig zu reagieren. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, was Sie bei Verbrennungen tun sollten, um Schmerzen zu lindern, weitere Hautschäden zu verhindern und die Zeit bis zum Eintreffen medizinischer Hilfe sicher zu überbrücken.

1. Ursache entfernen – Sicherheit geht vor

Zunächst sollten Sie die betroffene Person schnell und vorsichtig weg von der Verbrennungsquelle bzw. aus der Gefahrenzone (Flamme, heiße Flüssigkeit, Dampf, heißer Gegenstand) bringen. Achten Sie dabei immer zuerst auf Ihre eigene Sicherheit.

Wichtig: Entfernen Sie keine Kleidung, die an der Haut haftet. Dies kann sie zusätzlich schädigen. Schneiden Sie stattdessen die Kleidung vorsichtig um die betroffene Stelle herum ab.

2. Verbrennung kühlen – aber richtig

Um eine Verbrennung behandeln zu können, ist es wichtig, sofort mit geeigneten Erste‑Hilfe‑Maßnahmen zu beginnen und typische Fehler zu vermeiden. Das Kühlen ist eine der wichtigsten Notfallmaßnahmen bei Verbrennungen und sollte so früh wie möglich erfolgen.

Lassen Sie lauwarmes Wasser (15–25 °C) mindestens 10 Minuten, idealerweise 20 Minuten, sanft über den betroffenen Bereich fließenVerwenden Sie niemals Eis, sehr kaltes Wasser oder Fettstoffe (Öl, Butter, Salbe). Das kann die Haut zusätzlich schädigen.

Ziel des Kühlens ist es, die Hitzeausbreitung im Gewebe zu stoppen, Schmerzen zu lindern und das Ausmaß der Verbrennung zu begrenzen.

3. Kleidung und Schmuck vorsichtig entfernen

Bei der Ersten Hilfe stellt sich häufig die Frage, ob man bei einer Verbrennung Kleidung entfernen darf oder es lassen sollte.

Wenn es keine zusätzlichen Schmerzen verursacht oder sie nicht an der Haut kleben, entfernen Sie umgehend alle Ringe, Armbänder, Uhren oder Kleidung rund um und über der verbrannten Stelle.

Im Falle einer chemischen Verbrennung nehmen Sie die in der Substanz getränkte Kleidung und spülen Sie diese mindestens 20 Minuten lang gründlich mit Wasser aus – es sei denn, die Chemikalie reagiert mit Wasser (Sicherheitshinweise beachten).

4. Wunde schützen

Nachdem Sie die Verbrennung gekühlt haben, sollten Sie die Wunde mit einem sauberen, fusselfreien Tuch oder einer sterilen Kompresse locker abdecken. So schützen Sie die Haut vor Keimen und äußeren Einflüssen.

Blasen bei Verbrennungen (Brandblasen) sollten nicht aufgestochen werden, da sie die Wunde vor Infektionen schützen.

5. Schwere der Verbrennung einschätzen und Hilfe holen

In bestimmten Situationen handelt es sich bei einer Verbrennung um einen medizinischen Notfall.

Wählen Sie bei einer Verbrennung den Notruf 112 wenn:

  • Das Opfer ein Kind, eine ältere Person oder immungeschwächt ist
  • Das Gesicht betroffen ist oder Atembeschwerden auftreten (Gefahr einer Verbrennung der Atemwege)
  • Große Flächen oder Hauptgelenke (Knie, Ellbogen, Schulter) betroffen sind
  • Die Haut weißlich oder schwarz verfärbt ist – oft schmerzlos durch Nervenschädigung
  • Sie Anzeichen einer Infektion bemerken: Fieber, zunehmende Rötung, Eiter, anhaltende Schmerzen

6. Betroffene Person beruhigen und überwachen

Bleiben Sie ruhig und sprechen Sie beruhigend auf die betroffene Person ein. Halten Sie sie möglichst in Ruhe und achten Sie darauf, dass sie weder Hitze noch Kälte ausgesetzt ist. Bringen Sie die Person daher fern von Wärmequellen wie direkter Sonneneinstrahlung und schützen Sie sie gleichzeitig vor Auskühlung. Besonders bei Kindern besteht nach dem Kühlen die Gefahr einer Unterkühlung, weshalb Sie hier besonders aufmerksam sein sollten. 

Beobachten Sie Atmung, Bewusstsein und den allgemeinen Zustand der betroffenen Person kontinuierlich, bis medizinische Hilfe eintrifft, falls dies erforderlich ist. Auch bei einer scheinbar leichten Verbrennung sollten Sie nicht zögern, ärztlichen oder medizinischen Rat einzuholen, um mögliche Komplikationen frühzeitig auszuschließen.

  • 7. Nach der Ersten Hilfe

Auch nach der ersten Versorgung sollten Sie die Verbrennung aufmerksam beobachten. Selbst eine leichte Verbrennung kann sich in den folgenden Tagen verschlechtern.

Wenn die Wunde stärker schmerzt, sich rötet, anschwillt oder nässt, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Bei schweren Verbrennungen ist eine medizinische Behandlung unerlässlich, um Komplikationen und dauerhafte Hautschäden zu vermeiden

Das sollten Sie niemals tun

  • Eis oder sehr kaltes Wasser verwenden
  • Fettstoffe wie Butter, Öl oder Creme auftragen
  • Blasen aufstechen
  • Pflaster / Klebeverbände direkt auf die Wunde kleben
  • Kleidung entfernen, die an der Haut haftet
  • Make-up oder Kosmetik auf die Wunde geben
  • Unsaubere Hände an die Wunde bringen
  • Aggressive Desinfektionsmittel nutzen

Diese Schritte gehören zu den wichtigsten Notfallmaßnahmen bei Verbrennungen und sollten möglichst ruhig und kontrolliert durchgeführt werden.

 

Notfallmaßnahmen & Erste Hilfe.png

Hautverbrennungen. (23. April 2025). Ameli.fr. Konsultiert am 29. Oktober 2025 von https://www.ameli.fr/assure/sante/urgence/accidents-domestiques/brulures-peau

Was tun im Falle von Verbrennungen? (o.J.). Französisches Rotes Kreuz. Konsultiert am 29. Oktober 2025 von https://www.croix-rouge.fr/les-gestes-de-premiers-secours/que-faire-en-cas-de-brulure

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