Ermüdungsbruch: Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Der Ermüdungsbruch, auch Stressfraktur genannt, ist eine Knochenverletzung, die nach und nach durch wiederholte Mikrotraumen entsteht.

Im Gegensatz zu einem klassischen Knochenbruch wird dieser nicht durch einen plötzlichen Stoß verursacht. Er entsteht durch zu starke mechanische Belastung des Knochens. Dies passiert oft beim Sport oder bei bestimmten wiederholenden Tätigkeiten. Das bedeutet, dass die Knochen wiederholt in einer Dynamik belastet werden, die über die Fähigkeit des Knochenumbaus hinausgeht.  

Bei Sportlern gehören das Schienbein und der Fuß zu den am stärksten betroffenen knöchernen Strukturen. Denn diese werden beim Laufen oder Springen stark beansprucht. 

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Welche Symptome treten bei einem Ermüdungsbruch auf?

Die Symptome bei einem Ermüdungsbruch treten allmählich auf. Der Schmerz ist zunächst lokal begrenzt, wird bei Belastung stärker und lässt in der Ruhephase nach. Häufig ist Folgendes zu beobachten:

  • ein lokalisierter Schmerz, der sich beim Gehen oder Laufen verstärkt;  
  • eine Empfindlichkeit bei der Palpation (Betatsten) über dem betroffenen Knochen;
  • teilweise eine Schwellung oder ein Ödem;  
  • eine Funktionseinschränkung mit Schwierigkeiten beim Aufsetzen des Fußes oder beim Laufen.

Diese klinischen Anzeichen sind charakteristisch für Ermüdungsbrüche, unabhängig von ihrer Lokalisation.

Die Bildgebung ist für die Diagnose von entscheidender Bedeutung. Ein Standardröntgenbild wird jedoch nicht empfohlen, da es in frühen Stadien häufig negative Ergebnisse (70 % der Fälle) aufweist, bei "Stressreaktionen" ist die Diagnose fast immer negativ. Ein MRT (Magnetresonanztomographie) ist hingegen die Referenzuntersuchung, mit der diese Art von Verletzung diagnostiziert werden kann.  

Was sind die Risikofaktoren für einen Ermüdungsbruch?

Es gibt verschiedene Faktoren im Zusammenhang mit einer Stressfraktur. Diese können wie folgt klassifiziert werden:

  • Intrinsische Faktoren: Weibliches Geschlecht, die Einnahme von Steroiden und ein Mangel an Kalzium und Vitamin D in der Ernährung.
     
  • Extrinsische Faktoren: Intensive körperliche Aktivität oder hohes Gewicht, eine plötzliche Zunahme des Umfangs oder der Intensität der sportlichen Betätigung, individuelle biomechanische Faktoren, Schuhwechsel und Umweltfaktoren, wie das Laufen auf harten Oberflächen.  

Meist ist es eine Kombination dieser Faktoren, die die Ursache für eine Stressfraktur ist.

Wie kann man Stressfrakturen vorbeugen?  

Um Stressfrakturen vorzubeugen, ist es wichtig, einige gute Lebensgewohnheiten in den Alltag zu integrieren.  

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Kalzium und Vitamin D ist, fördert die Knochenstärke.  

Auch die Wahl der richtigen Ausrüstung, insbesondere gut sitzende und stützende Wander- oder Laufschuhe, spielt eine wichtige Rolle.  

Um die Belastung der knöchernen Strukturen zu begrenzen, kann es hilfreich sein, weniger belastende Aktivitäten wie Radfahren oder Schwimmen einzubauen.  

Wenn man mit einer neuen Aktivität beginnt, sollte man sich schrittweise steigern, indem man die Trainingsbelastung allmählich erhöht, z. B. um 10 % pro Woche.  

Schließlich trägt regelmäßiges Muskeltraining dazu bei, die Knochendichte zu erhalten, insbesondere mit zunehmendem Alter, und hilft so, das Risiko von Ermüdungsbrüchen zu verringern.

Wie heilt man einen Ermüdungsbruch?

Die Heilung bei einem Ermüdungsbruch beruht auf mehreren wesentlichen Schritten:

  • Sportliche Ruhe: mit einer Unterbrechung der Aktivitäten, die den Schmerz verursacht haben (z. B. Laufen, Springen).
  • Reduzierte Belastung: Bei Verdacht auf einen Ermüdungsbruch in einem Hochrisikobereich wird eine sofortige Entlastung mit Krücken empfohlen, bis die Diagnose bestätigt ist. Die Dauer der Ruhigstellung beträgt je nach Lokalisation und Schweregrad durchschnittlich 6 bis 12 Wochen.
  • Tragen einer Sprunggelenkorthese zur Immobilisierung oder in schwerwiegenderen Fällen eines Walkers, um die Belastung der betroffenen Gliedmaße zu verringern.
  • Schrittweise Rehabilitation: Erhalt der Muskelkraft, Korrektur der (sportlichen) Bewegungsmuster, therapeutisch begleitete Wiederaufnahme der Aktivität.

Bei einer Schenkelhalsfraktur sind die Folgen einer Verschiebung erheblich und rechtfertigen eine chirurgische Behandlung.

Ermüdungsbruch des Fußes und des Schienbeins

Stressfrakturen treten häufig im Bereich der Mittelfußknochen und des Schienbeins auf. Diese Bereiche sind starken mechanischen Belastungen ausgesetzt, vor allem bei Sportlern, die laufen, Basketball spielen, tanzen oder auch Fußball spielen.

Kann man mit einem Ermüdungsbruch noch laufen?

Manchmal ist es noch möglich mit einem Ermüdungsbruch zu laufen, vor allem am Anfang, da der Knochen nicht vollständig gebrochen ist. Aber den Bereich weiter zu belasten, kann die Verletzung verschlimmern und die Heilung verlängern. Schmerzhaftes Gehen oder anhaltende Beschwerden sollten daher alarmieren und zu einem Arztbesuch führen.

 

 

Robinson, P. G., Campbell, V. B., Murray, A. D., Nicol, A., & Robson, J. (2019). Stress fractures: diagnosis and management in the primary care setting. British Journal of General Practice, 69(681), 209-300. https://doi.org/10.3399/bjgp19x702137 

Credit : Shutterstock - Pepermpron 

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