Anatomie des Knies : Aufbau des Kniegelenks verstehen und Ursachen von Knieschmerzen erkennen

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Das Knie ist ein komplexes(1) und zentrales Gelenk des Beins, das die Verbindung zwischen Oberschenkel und Unterschenkel herstellt. Es spielt eine entscheidende Rolle für unsere tägliche Mobilität, weshalb es oft stark belastet wird – etwa beim Gehen, Treppensteigen oder Springen. Dadurch wirkt eine hohe Beanspruchung auf das Gelenk, weswegen das Knie anfällig für verschiedene Erkrankungen und Verletzungen sein kann. Gleichzeitig kann die Komplexität des Aufbaus des Kniegelenks auch eine Ursache für Knieschmerzen sein. 

Ein Grundverständnis der Knieanatomie kann helfen, mögliche Ursachen besser einzuordnen. Denn häufig stehen Schmerzen im Knie in direktem Zusammenhang mit bestimmten Strukturen im Kniegelenk.

In diesem Artikel erhalten Sie einen verständlichen Überblick über die Anatomie des Kniegelenks. Ziel ist es, ein besseres Verständnis des Aufbaus des Kniegelenks zu entwickeln, und dadurch Beschwerden besser einordnen sowie vorbeugen zu können.

Die Anatomie des Kniegelenks

Die Anatomie des Kniegelenks ist komplex und gleichzeitig entscheidend für unsere Beweglichkeit. Als größtes Gelenk des Körpers ermöglicht es Beugung, Streckung und auch leichte Drehbewegungen nach innen und außen. Diese sind im gestreckten Zustand durch die Stabilisierung der Bänder jedoch eingeschränkt(2). Das Knie besteht aus mehreren wichtigen Strukturen, die jeweils eine spezifische Aufgabe erfüllen. Der Aufbau des Knies umfasst Knochen, Bänder, Menisken, Sehnen und weitere stabilisierende Strukturen.

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Knochen

Die wichtigsten knöchernen Strukturen sind der Oberschenkelknochen (Femur), das Schienbein (Tibia) und die Kniescheibe (Patella)(3). Zusammen bilden sie eine stabile und dennoch bewegliche Einheit.

Bänder

Die Bänder im Knie stabilisieren das Gelenk und verhindern übermäßige Bewegungen. Vier Hauptbänder stabilisieren das Knie. Jedes Band übernimmt dabei eine spezifische Aufgabe.

Kreuzbänder

Die Kreuzbänder wirken als entscheidende, stabilisierende Anker des Gelenks. Das vordere Kreuzband (ACL) verhindert, dass sich das Schienbein (Tibia) gegenüber dem Oberschenkelknochen (Femur) zu weit nach vorne bewegt. Das hintere Kreuzband (PCL) verhindert hingegen ein Nach-hinten-Gleiten des Schienbeins gegenüber der Position des Oberschenkelknochens(6).

Gemeinsam steuern sie die Rotation und verhindern Scherbewegungen. Ein Riss dieser Bänder ist eine häufige und oft schwere Verletzung, die ggf. eine Operation erfordert.

Kollaterale Bänder

Die Kollateralbänder verlaufen entlang der Seiten des Kniegelenks. Das mediale Kollateralband (MCL) befindet sich auf der Innenseite des Knies. Es verbindet den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein. Seine Aufgabe ist es, die Valgusstabilität des Kniegelenks sicherzustellen und sorgt dafür, dass das Kniegelenk bei Belastung nicht nach innen knickt. Das laterale Kollateralband (LCL) befindet sich außen am Knie. Es ist ein wesentlicher Stabilisator des Kniegelenks(7.8).

Diese Bänder verhindern übermäßige seitliche Bewegungen und stabilisieren somit während des Stehens, Gehens und sportlicher Aktivitäten. Sie werden oft bei direkten Aufprallen oder plötzlichen Drehungen verletzt. Das Zusammenwirken der verschiedenen Bandstrukturen schützt das Kniegelenk vor Verletzungen.

Die Menisken

Die Menisken des Kniegelenks sind halbmondförmig geformt und befinden sich auf der Innenseite jedes Knies. Sie wirken als Stoßdämpfer(4). Ihre biomechanische Rolle ist entscheidend für die Verteilung von Lasten und die Stabilisierung des Gelenks.

Sehnen

Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und ermöglichen die Kraftübertragung im Körper. Sie spielen eine wesentliche Rolle für die Mobilität und Stabilität der Gelenke.

  • Patellarsehne

Die Patellarsehne verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein. Sie ist entscheidend für die Kniestreckung, da die knöcherne Struktur als Verlängerung des Sehnensansatzes der kniestreckenden Muskulatur dient

  • Quadrizepssehne 

Diese Sehne befindet sich vorne am Knie. Sie verbindet den Quadriceps femoris (vierköpfige, kniestreckende Oberschenkelmuskulatur) mit dem oberen Teil der Kniescheibe. Sie ist entscheidend für die Streckung des Knies und unterstützt die Stabilität bei Bewegung.

Synovialflüssigkeit

Die Synovialflüssigkeit versorgt den Knorpel mit Nährstoffen und sorgt dafür, dass sich das Gelenk reibungsarm bewegen kann(5).

Zusammenfassend zeigt sich : Die Anatomie des Kniegelenks bildet die Grundlage dafür, wie Bewegungen im Alltag funktionieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass viele Knieschmerzen Ursachen in den einzelnen Strukturen des Kniegelenks haben können, etwa in den Bändern, Menisken oder Sehnen. Wer den Aufbau des Knies kennt, kann Schmerzen im Knie besser einordnen und gezielter behandeln.

  1. Kasat, P. A., Pampi, R. und Muthiyan, G. (2023). Eine neuartige Erkenntnis zur Klassifikation von Gelenken. Indisches Journal für Klinische Anatomie und Physiologie, 10(2), 127, 129. https://doi.org/10.18231/j.ijcap.2023.027
  2. Saavedra, M. Á., Navarro-Zarza, J. E., Villaseñor-Ovies, P., Canoso, J. J., Vargas, A., Chiapas-Gasca, K., Hernández-Díaz, C., & Kalish, R. A. (2012). Klinische Anatomie des Knies. Reumatología Clínica, 8, 39, 45. https://doi.org/10.1016/j.reuma.2012.10.002 
  3. Schraeder, T. L., Terek, R. M. & Smith, C. C. (2010). Klinische Untersuchung des Knies. New England Journal Of Medicine, 363(4), e5. https://doi.org/10.1056/nejmvcm0803821 
  4. Brindle, T., Nyland, J., & Johnson, D. L. (2001, 1. Juni). Der Meniskus: Übersicht der Grundprinzipien mit Anwendung auf Chirurgie und Rehabilitation. PubMed Central (PMC). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC155528/
  5. Hui, A. Y., McCarty, W. J., Masuda, K., Firestein, G. S. & Sah, R. L. (2011). Ein systembiologischer Ansatz zur Schmierung des Synovialgelenks bei Gesundheit, Verletzung und Krankheit. WIREs Systembiologie und Medizin, 4(1), 15, 37. https://doi.org/10.1002/wsbm.157
  6. Evans J, Mabrouk A, Nielson JL. Knieverletzung des vorderen Kreuzbands. 17. November 2023. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan–. PMID: 29763023.
  7. Yaras RJ, O'Neill N, Mabrouk A, et al. Laterales Kollateralband Knieverletzung. [Aktualisiert am 27. Februar 2024]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Verfügbar bei: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/books/NBK560847/)
  8. Naqvi U, Sherman, AL. Mediales Kollateralband, Knieverletzung. [Aktualisiert am 17. Juli 2023]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Verfügbar bei: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK431095/)

Credits : Alexander_P/Shutterstock.com

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